Syrer in Wismar angriffen – Verdächtiger in U-Haft


Amtsgericht hwi gvm

Die Staatsanwaltschaft Schwerin hat einen Haftbefehl gegen einen 26-jährigen Deutschen erwirkt. Der Mann soll an einem brutalen Angriff auf den Flüchtling in einem Park in Wismar beteiligt gewesen sein. Zwei Mittäter sind noch flüchtig.

Wismar

Das Amtsgericht Wismar hat am Freitag Haftbefehl gegen einen 26-jährigen Mann erlassen, der an einem Angriff auf einen Syrer beteiligt gewesen sein soll. Der Wismarer wurde wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung in Untersuchungshaft genommen. Er soll am Mittwochabend gemeinsam mit zwei anderen Männern den 20-jährigen Syrer in einem Park in Wismar an der Käthe-Kollwitz-Promenade beschimpft, geschlagen und verletzt haben, wie die Staatsanwaltschaft Schwerin mitteilte. Der Festgenommene soll den Mann zu Boden gebracht haben, während die beiden anderen auf das Opfer einschlugen und -traten. Der 26-Jährige bestreitet die Vorwürfe. Er gab an, selbst Opfer eines Übergriffs geworden zu sein. Die zwei Mittäter sind noch flüchtig und werden von der Polizei gesucht.

Syrer mit Eisenkette verprügelt

Der junge Flüchtling war nach Angaben der Polizei unter anderem mit einer Eisenkette verletzt worden. Der Mann erlitt einen Nasenbeinbruch und Prellungen. Da ein fremdenfeindliches Motiv vermutet wurde, war der Staatsschutz eingeschaltet worden.

Wismar bundesweit in den Schlagzeilen

Der Vorfall von Mittwochabend hat Wismar bundesweit in die Schlagzeilen gebracht. Nichtsdestotrotz hat Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) das Gefühl, dass es eine Zivilgesellschaft in Wismar gibt, „die sehr stark ist“. Als erfreulich wertet Beyer, dass es entschlossene Reaktionen auf den Überfall gibt. Das habe man zum Beispiel am Montag gemerkt, als die AfD die Vorfälle in Chemnitz nutzte, um in mehreren Städten des Landes zu Mahnwachen aufzurufen – auch in Wismar. Etwa 80 Leute haben bei einer spontanen Gegenveranstaltung Flagge gezeigt und sich für ein friedliches Miteinander eingesetzt.

Von Kay Steincke/RND

http://www.lvz.de/Nachrichten/Panorama/Syrer-in-Wismar-angriffen-Verdaechtiger-in-U-Haft

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Haftstrafe nach Übergriff in Asyl-Erstaufnahme


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In der vormaligen Asyl-Erstaufnahme in Donauwörth – die jetzt eine Anker-Einrichtung ist – wurde eine Mitarbeiterin sowie ein Wachmann verletzt.
Bild: Hilgendorf
Weil er eine Mitarbeiterin der Einrichtung sowie einen Wachmann verletzt hatte, wurde ein 24-jähriger Gambier zu zehn Monaten Gefängnis verurteilt.

Das Erlebte muss noch immer sehr tief sitzen. Und so war es Christine M.* unmöglich, dem Angeklagten am Donnerstag vor dem Amtsgericht in Nördlingen gegenüberzutreten. Die Mitarbeiterin der Donauwörther Asyl-Erstaufnahme sowie ein Wachmann wurden im Februar dieses Jahres Opfer eines tätlichen Übergriffs. Seitdem ist die Frau arbeitsunfähig. Der Beschuldigte, ein 24-jähriger Gambier, der als Asylbewerber in der Alfred-Delp-Kaserne untergebracht war, wurde zu einer Gefängnisstrafe von zehn Monaten verurteilt.

Lamin X.* ist ein großer, kräftiger junger Mann. Christine M. war ihm am 13. Februar nicht das erste Mal begegnet. Wiederholt hatte sie der Schwarzafrikaner zur Herausgabe medizinischer Dokumente gedrängt, wie die Mitarbeiterin der Erstaufnahme, die mittlerweile ein Ankerzentrum ist, bereits im Vorfeld des gestrigen Prozesses gegenüber unserer Zeitung geäußert hatte. Nun verlas Richter Gerhard Schamann ein Schreiben ihres Rechtsanwalts sowie ein Attest ihrer Psychologin. Christine M. konnte nicht vor Gericht erscheinen. Sie wollte X. nicht noch einmal begegnen müssen. Eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) lässt die Frau nach wie vor leiden, bereitet ihr teils schlaflose Nächte.

Tat am Faschingsdienstag

Doch der Reihe nach. An jenem Tag, es war der Faschingsdienstag, sei der Angeklagte nach Angaben zweier Wachmänner, die als Zeugen aussagten, in das Gebäude gestürmt, in dem M. arbeitete. Das stritt X. nicht ab, für den eine Dolmetscherin übersetzte: Er sei krank und seitdem er über Gießen in die Erstaufnahme Donauwörth gekommen war, habe sich niemand um sein Leiden gekümmert. Welches das ist, wurde indessen vor Gericht nicht klar. Im Vorfeld hatte Christine M. geäußert, sie habe dem Mann gesagt, er solle doch froh sein, dass er fit sei. Sie werde ihm keine falschen Dokumente ausstellen.

X. wiederum beharrte vor Gericht immer wieder darauf, dass er krank sei und erheblich an Schmerzen leide. Deswegen habe er mit Nachdruck nach medizinischen Unterlagen gefragt, die eine Behandlung ermöglichen sollten. Sowohl die beiden aussagenden Wachmänner als auch die verlesene Aussage von Christina M. schilderten derweil ein gleichlautendes Szenario: X. sei hoch aggressiv in das Gebäude gestürmt, lief „schnurstraks“ auf M. zu, wie der 26-jährige Sicherheitsmann äußerte, der im selben Gebäude am Eingang Dienst tat. Es sei plötzlich laut geworden, Türen knallten. Der 51-jährige Kollege war glücklicherweise in der Nähe der Angegriffenen. Die wurde an die linke Schulter geschlagen, der Wachmann konnte die Frau hinter einer Brandschutztüre in Sicherheit bringen.

Angeklagter streitet Attacke ab

Die Attacke stritt der Angeklagte, der ohne Verteidiger aus einer inzwischen anderen Unterkunft angereist war, vehement ab: „Wie könnte ich jemanden Gewalt antun? Ich bin krank“, meinte er.

Das Gerangel in Gebäude sieben der Erstaufnahme ging weiter, wie die Zeugen und die verlesenen Angaben übereinstimmend schilderten. Der Afrikaner habe sich nicht beruhigen lassen, die beiden Sicherheitsmänner wollten ihn aus dem Gebäude bringen. Der Gambier verlangte derweil, dass man die Polizei rufen solle. Im weiteren Verlauf habe er höchstwahrscheinlich mit den Handschellen eines Wachmannes gegen dessen Kopf geschlagen. Der erlitt eine Platzwunde, die später im Krankenhaus genäht werden musste. Die Handschellen wurden im Rucksack des Beschuldigten gefunden. Der stritt auch diesen Hergang gestern mit Nachdruck ab. Auch dass das T-Shirt und die Kette des Älteren der Sicherheitsleute zerrissen worden waren, sei nicht seine Schuld.

Staatsanwältin Andrea Hobert, die zehn Monate Haft ohne Bewährung forderte, als auch Richter Schamann erschienen die Aussagen des Angeklagten gänzlich unglaubwürdig. Das Gericht entsprach mit seinem Urteil der staatsanwaltlichen Forderung. Richter Schamann erklärte dem Gambier: „Sie haben sich nicht bei der Frau entschuldigt. Sie zeigen keine Reue. Und sie interessieren sich sehr stark dafür, wie sie leiden – für die verletzte Frau dagegen nicht.“ Gegen das Urteil kann der Mann noch in Berufung gehen.

https://www.augsburger-allgemeine.de/donauwoerth/Haftstrafe-nach-Uebergriff-in-Asyl-Erstaufnahme-id52054886.html

 

Chemnitz: Behördenversagen bei Tatverdächtigem


Immer wieder legen Chemnitzer Blumen für das Mordopfer Daniel H. am Tatort nieder. (Bild: APA/AFP/ODD ANDERSEN)

Brisante Details sind aus der Asyl-Akte jenes 22-jährigen Irakers bekannt geworden, der im Mordfall Daniel H. unter dringendem Tatverdacht steht. Wie berichtet, hätte der mehrfach vorbestrafte Yousif A. eigentlich längst abgeschoben werden müssen. Nun hat das Verwaltungsgericht Chemnitz mitgeteilt, dass für die Rücküberstellung nach Bulgarien im Mai 2016 alles vorbereitet war. Bulgarien deswegen, weil A. dort das erste Mal auf EU-Boden registriert worden war. Die Abschiebung sei in der Folgezeit aber nicht vollzogen worden, weshalb die Überstellungsfrist von sechs Monaten ablief. Seither lebt der 22-Jährige unter der Duldung des Staates in Deutschland.

„Abschiebung von Iraker wurde verpennt“, titelt bild.de. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer stellte am Freitag gleich einmal klar, dass sein Land keine Mitverantwortung trage: „Da ist das Bundesamt für Migration zuständig, der Bund.“ Dieser Vorgang müsse jetzt geklärt und öffentlich erläutert werden. Wie die „Welt“ berichtet, sei nach Verstreichen der Überstellungsfrist der Asylantrag nicht neu überprüft worden. Dem widerspricht das sächsische Innenministerium. Es sei noch ein Asylverfahren am Bundesamt für Migration anhängig, da Rechtsmittel gegen eine frühere Entscheidung erfolgreich gewesen seien. Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums erklärte, das Bamf untersuche den Fall. „Warum das (die Abschiebung) nicht erfolgt ist, wird derzeit geprüft.“

 

Haftbefehl weitergegeben: Justizbeamter suspendiert
Auch bei den Ermittlungen nach der Bluttat in der Nacht auf Sonntag am Rande des Chemnitzer Stadtfestes musste die Staatsanwaltschaft Versäumnisse einräumen. So seien tagelang weder die Wohnung des 22-Jährigen durchsucht, noch Mitbewohner der Unterkunft, wo A. lebte, befragt worden. Zudem wurde der Haftbefehl A.s unerlaubterweise im Internet veröffentlicht. Wie nun bekannt wurde, hatte ein Justizvollzugsbeamter das Dokument fotografiert und weitergegeben. Der 39-Jährige Mann aus der Justizanstalt Dresden hat die Weitergabe laut Staatsanwaltschaft gestanden. Er ist mit sofortiger Wirkung vom Dienst suspendiert worden.

 

Am Mittwoch seien zahlreiche Objekte durchsucht worden, hieß es vom Justizministerium. Die Ermittlungen hätten sich bald auf die Justizvollzugsanstalt Dresden konzentriert. „Die Staatsanwaltschaft Dresden hat seit gestern umfangreiche Ermittlungsmaßnahmen durchgeführt, so dass ich davon ausgehe, dass der Fahndungsdruck auf den betroffenen Bediensteten derart hoch war, dass er sich jetzt stellte“, sagte der sächsische Justizminister Sebastian Gemkow.

 

Ermittlungen könnten durch Veröffentlichung erschwert werden
Sachsens Justizminister Sebastian Gemkow bezeichnete die Veröffentlichung des Haftbefehls als „verantwortungslos“. Die Weitergabe vertraulicher Dokumente eines Strafverfahrens stelle „einen schwerwiegenden Vorwurf“ dar, erklärte er am Donnerstag. Die Veröffentlichung sei „geeignet, die laufenden Ermittlungs- und Strafverfahren zu erschweren“. „Wir können es deshalb in keiner Weise dulden, wenn ein Bediensteter so etwas tut und werden konsequent dagegen vorgehen“, erklärte Gemkow.

https://www.krone.at/1764108

Chemnitz: Behördenversagen bei Tatverdächtigem


Immer wieder legen Chemnitzer Blumen für das Mordopfer Daniel H. am Tatort nieder. (Bild: APA/AFP/ODD ANDERSEN)

Immer wieder legen Chemnitzer Blumen für das Mordopfer Daniel H. am Tatort nieder.

Brisante Details sind aus der Asyl-Akte jenes 22-jährigen Irakers bekannt geworden, der im Mordfall Daniel H. unter dringendem Tatverdacht steht. Wie berichtet, hätte der mehrfach vorbestrafte Yousif A. eigentlich längst abgeschoben werden müssen. Nun hat das Verwaltungsgericht Chemnitz mitgeteilt, dass für die Rücküberstellung nach Bulgarien im Mai 2016 alles vorbereitet war. Bulgarien deswegen, weil A. dort das erste Mal auf EU-Boden registriert worden war. Die Abschiebung sei in der Folgezeit aber nicht vollzogen worden, weshalb die Überstellungsfrist von sechs Monaten ablief. Seither lebt der 22-Jährige unter der Duldung des Staates in Deutschland.

„Abschiebung von Iraker wurde verpennt“, titelt bild.de. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer stellte am Freitag gleich einmal klar, dass sein Land keine Mitverantwortung trage: „Da ist das Bundesamt für Migration zuständig, der Bund.“ Dieser Vorgang müsse jetzt geklärt und öffentlich erläutert werden. Wie die „Welt“ berichtet, sei nach Verstreichen der Überstellungsfrist der Asylantrag nicht neu überprüft worden. Dem widerspricht das sächsische Innenministerium. Es sei noch ein Asylverfahren am Bundesamt für Migration anhängig, da Rechtsmittel gegen eine frühere Entscheidung erfolgreich gewesen seien. Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums erklärte, das Bamf untersuche den Fall. „Warum das (die Abschiebung) nicht erfolgt ist, wird derzeit geprüft.“

 

Haftbefehl weitergegeben: Justizbeamter suspendiert
Auch bei den Ermittlungen nach der Bluttat in der Nacht auf Sonntag am Rande des Chemnitzer Stadtfestes musste die Staatsanwaltschaft Versäumnisse einräumen. So seien tagelang weder die Wohnung des 22-Jährigen durchsucht, noch Mitbewohner der Unterkunft, wo A. lebte, befragt worden. Zudem wurde der Haftbefehl A.s unerlaubterweise im Internet veröffentlicht. Wie nun bekannt wurde, hatte ein Justizvollzugsbeamter das Dokument fotografiert und weitergegeben. Der 39-Jährige Mann aus der Justizanstalt Dresden hat die Weitergabe laut Staatsanwaltschaft gestanden. Er ist mit sofortiger Wirkung vom Dienst suspendiert worden.

Am Mittwoch seien zahlreiche Objekte durchsucht worden, hieß es vom Justizministerium. Die Ermittlungen hätten sich bald auf die Justizvollzugsanstalt Dresden konzentriert. „Die Staatsanwaltschaft Dresden hat seit gestern umfangreiche Ermittlungsmaßnahmen durchgeführt, so dass ich davon ausgehe, dass der Fahndungsdruck auf den betroffenen Bediensteten derart hoch war, dass er sich jetzt stellte“, sagte der sächsische Justizminister Sebastian Gemkow.

 

Ermittlungen könnten durch Veröffentlichung erschwert werden
Sachsens Justizminister Sebastian Gemkow bezeichnete die Veröffentlichung des Haftbefehls als „verantwortungslos“. Die Weitergabe vertraulicher Dokumente eines Strafverfahrens stelle „einen schwerwiegenden Vorwurf“ dar, erklärte er am Donnerstag. Die Veröffentlichung sei „geeignet, die laufenden Ermittlungs- und Strafverfahren zu erschweren“. „Wir können es deshalb in keiner Weise dulden, wenn ein Bediensteter so etwas tut und werden konsequent dagegen vorgehen“, erklärte Gemkow.

Das Mordopfer Daniel H. (Bild: twitter.com, APA/dpa/Jan Woitas, krone.at-Grafik)

Vereinte Nationen: Kriegsverbrechen im Jemen


Im Jemen gibt es nach Einschätzung der Vereinten Nationen massive Verstöße gegen internationales Völkerrecht. Alle Konfliktparteien könnten dabei Kriegsverbrechen begangen haben, heißt es im Bericht einer UNO-Expertenkommission. Insbesondere werden die Luftangriffe der von Saudi-Arabien angeführten Koalition genannt. Sie verursache die meisten zivilen Opfer, weil häufig Wohngebiete, Märkte und sogar medizinische Einrichtungen angegriffen würden. Der Kommissionsvorsitzende Jendoubi sprach in Genf von einem vergessenen Konflikt im Jemen, unter dem vor allem Kinder litten. Dem Bericht zufolge setzen alle Konfliktparteien Kindersoldaten ein. In dem Bürgerkrieg kämpfen die sunnitische Regierung und ihre Verbündeten unter Führung Saudi-Arabiens gegen schiitische Huthi-Rebellen, die vom Iran unterstützt werden.“  (Bericht auf Dlf24: „UNO-Experten werfen Konfliktparteien Kriegsverbrechen vor“)

„Luftschläge der von den Saudis angeführten Koalition haben im Jemen auf Märkten, Hochzeiten und Fischkuttern schwere Verluste verursacht. Wie Menschrechtsexperten der Vereinten Nationen am Dienstag erklärten, handele es sich bei den Angriffen zum Teil um Kriegsverbrechen. Saudi-Arabien führt ein vom Westen unterstütztes Bündnis sunnitisch-arabischer Staaten, das bestrebt ist, die Kontrolle der international anerkannten Regierung des jemenitischen Präsidenten Abd-Rabbu Mansour Hadi über das Land wiederherzustellen, die 2015 von den mit dem Iran verbündeten Houthi aus der Hauptstadt Sana’a vertrieb wurde. Die Houthi hätten Saudi-Arabien mit Raketen beschossen, die Lieferung von Versorgungsgütern nach Taiz unterbunden und die strategisch bedeutsame Stadt von den Bergen aus beschossen, so die Ermittler. Sie haben sich zudem des Kriegsverbrechens der Folter schuldig gemacht.

Die Koalitionsstreitkräfte haben die Häfen am Roten Meer und den Flughafen von Sana’a harschen Beschränkungen unterworfen und den Jemeniten dadurch entscheidende Versorgungsgüter vorenthalten. Dies könnte einen Verstoß gegen das Völkerrecht darstellen, so die unabhängigen Experten in ihrem ersten Bericht an den Menschenrechtsrat. (…) Aus der Untersuchung von elf Vorfällen ergäben sich ‚ernsthafte Bedenken mit Blick auf das Vorgehen der Koalition‘. Luftschläge, die Menschen oder vom Völkerrecht unter Schutz gestellte Einrichtungen nicht verschonen, verstoßen gegen das Völkerrecht. ‚Individuen in der [jemenitischen] Regierung und der Koalition, unter anderem in Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten, haben möglicherweise auf eine Weise gegen die Maßgaben der Unterscheidung, Verhältnismäßigkeit und Vorsorge verstoßen, die bedeutet, dass sie Kriegsverbrechen begangen haben‘, hieß es weiter. Man habe eine vertrauliche Liste der Verdächtigen erstellt.

Die betreffenden Regierungen, die vorab Exemplare des Berichts erhalten hatten, reagierten zunächst nicht auf den Bericht. Alle Parteien haben Kinder im Alter von elf bis siebzehn Jahren eingezogen und bei den Kämpfen eingesetzt. Auch dies stelle dem 41seitigen Bericht zufolge ein Kriegsverbrechen dar. Der Bericht wurde im Vorfeld der von der UNO vermittelten und für den 6. September in Genf geplanten Friedensverhandlungen zwischen der Regierung und den Houthi veröffentlicht.“ (Bericht des Iranian Global Network: „Some Saudi-led coalition air strikes in Yemen may amount to war crimes: U.N.“)

https://www.mena-watch.com/vereinte-nationen-kriegsverbrechen-im-jemen/

UN-Botschafterin der USA stellt sich gegen „Rückkehrrecht“


„Die UNO-Botschafterin der Vereinigten Staaten Nikki Haley stellte am Dienstag öffentlich die palästinensische Forderung nach einem ‚Rückkehrrecht‘ nach Israel infrage. Die heikle Forderung, eine der sensibelsten und umstrittensten Fragen im israelisch-palästinensischen Konflikt, sollte nicht länger zur Diskussion stehen. Die Trump-Administration erwäge, die palästinensische Forderung, dass allen 1947 und 1948 vertriebenen Flüchtlingen und ihren Nachfahren nach einem umfassenden Friedensschluss die Rückkehr nach Israel gestattet werde, offiziell zurückzuweisen. ‚Mit dem Rückkehrrecht müssen wir uns auf jeden Fall auseinandersetzen‘, erklärte sie auf einer Veranstaltung des israelnahen, in Washington ansässigen Think Tanks Foundation for the Defense of Democracies (…) Am Wochenende hatte Hadashot News berichtet, die Trump-Administration bereite sich darauf vor, in den kommenden Tagen eindeutig zum ‚Rückkehrrecht‘ Position zu beziehen. Vertreter des Weißen Hauses wollten sich zu dem Bericht nicht äußern. (…)

Haley äußerte sich auch zu der von Washington vorgenommenen Kürzung der Zahlungen an die UNO-Flüchtlingsagentur für die Palästinenser (UNRWA). Die UNRWA behauptet, es gebe heute mehr als fünf Millionen Flüchtlinge, obwohl es 1948 nach dem Unabhängigkeitskrieg nur etwa 750.000 waren. ‚Wir haben es mit einer unbegrenzten Zahl von Flüchtlingen zu tun, die immer weiter Beihilfen erhalten‘, erklärte Haley. Die Trump-Administration werde Zahlungen nicht mehr im bisherigen Umfang leisten, es sei denn, es komme zu einer grundlegenden Reform der Agentur. ‚Wenn die UNRWA reformiert wird, werden wir Beiträge leisten … Wenn sie die Angaben zur Zahl der Flüchtlinge der Realität angleicht, werden wir uns überlegen, wieder mit ihr zusammenzuarbeiten.‘ Einerseits würden ‚die Palästinenser auf Amerika einprügeln‘, andererseits ‚streckten sie ihre Hände nach dem Geld der UNRWA aus‘, fügte sie hinzu. (Eric Cortellessa: „Haley: Palestinian ‚right of return‘ should be ‚off the table’“)

https://www.mena-watch.com/un-botschafterin-der-usa-stellt-sich-gegen-rueckkehrrecht/

Schwerpunktaktion gegen Menschenhandel in Kärnten


(Bild: Christof Birbaumer)

Am 29. und 30. August führten das Bundeskriminalamt und das Landeskriminalamt Kärnten eine Schwerpunktaktion gegen Menschenhandel und grenzüberschreitenden Prostitutionshandel in Kärnten durch. An den Kontrollen nahmen auch spezialisierte Rotlicht- und Menschenhandelsermittler aus Deutschland, Belgien und Italien teil. Insgesamt wurden acht potentielle Opfer von Menschenhandel identifiziert.

In den zwei Tagen wurden in ganz Kärnten Bordellbetriebe polizeilich überprüft. Die Kontrolle der 15 Lokale sowie der zwölf Wohnungen und Beherbergungsbetriebe erfolgte durch Ermittler des BKs und des LKA Kärnten mit Unterstützung der Landeskriminalämter Niederösterreich, Oberösterreich und Wien sowie Polizeieinheiten aus Deutschland, Belgien und Italien. Ziel des Einsatzes war einerseits die Identifizierung von Opfern des Menschenhandels, die sexuell ausgebeutet werden. Andererseits standen Strukturermittlungen im Fokus, um nationale und internationale Verbindungen von Gruppierungen erkennen zu können. Darüber hinaus wurde auch die Einhaltung der Bordell-Bewilligungsrichtlinien überprüft. Ein wichtiger Bestandteil der Aktion war die Beratung potentieller Opfer in Asylunterkünften und die Verteilung von Präventionsunterlagen. Bei diesen Gesprächen konnte ein potentielles Opfer aus Nigeria erkannt werden.

 

Erfolge

Im Rahmen der Kontrollen wurden insgesamt 133 legale Sexdienstleisterinnen und 42 Kontaktpersonen kontrolliert, wobei sieben potentielle Betroffene des Menschenhandels aus Rumänien identifiziert wurden. Zu diesen Personen werden umfangreiche Ermittlungen im europäischen Raum weitergeführt. Abklärungen zur Verifizierung internationaler krimineller Netzwerke werden in den nächsten Tagen via Europol eingeleitet. Nach Abschluss der eingeleiteten Ermittlungen ist von weiteren Erfolgen auszugehen.

Im Zuge der Kontrollmaßnahmen erlangten die Ermittler Hinweise für die Aufklärung einer schweren Körperverletzung im Rotlichtmilieu. Die Angaben konnten bei ersten Überprüfungen bereits zum Großteil bestätigt werden.

Des Weiteren wurde bei den Maßnahmen eine Person angetroffen, die zur Aufenthaltsermittlung für Justizbehörden von Italien wegen Verdacht der Zuhälterei und des Menschenhandels ausgeschrieben war.

Die internationale Schwerpunktmaßnahme wurde auch für einen umfangreichen Austausch zur aktuellen Lage, Trends und Entwicklungen im Rotlichtmilieu und Erfahrungsaustausch zu Ermittlungsverfahren wegen Menschenhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung genützt. Hier stand insbesondere der Menschenhandel aus Nigeria im Mittelpunkt.

https://www.krone.at/1764089